Generalversammlung und Pelzmarkt 2026
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Wenig Nachfrage für einheimische Fuchsfelle
Aarau Pelzfellmarkt und Generalversammlung der Vereinigung aargauischer Jagdaufseher (VAJ)
„Eigentlich hätten wir gerne mehr Felle eingeliefert“, so Peter Suter, der Vizepräsident der Vereinigung aargauischer Jagdaufseher (VAJ), am traditionellen Pelzfellmarkt im Gasthof „Schützen“ in Aarau. Für die Jägerinnen und Jäger sei es Ehrensache, ein erlegtes Tier zu verwerten, betonte Rudolf Hunziker vom Vorstand des VAJ, und Peter Suter dürfte seinen Weidkameradinnen und -kameraden aus der Seele gesprochen haben, wenn er feststellte: „Es widerstrebt mir als Jäger, ein erlegtes Tier einfach fortzuwerfen. Das ist auch eine Sache der Einstellung zum Tier.“ Mit 52 Fuchs-, zwei Marderfellen und einer Dachsdecke bewegte sich die Anlieferung zwar im Rahmen des Vorjahres. Gemessen an der Zahl der rund 2000 „Reinekes“, die gemäss Jagdstatistik 2024 im Aargau erlegt worden waren, erscheint das eher wenig.
Nachdem das Absolvieren des Abbalgkurses in der Ausbildung der Jungjägerinnen und Jungjäger inzwischen obligatorisch ist, könnten zwar durchaus wieder vermehrt Fuchsfelle den Weg an den Markt finden. Dem steht aber die geringe Nachfrage nach gegerbten Fellen entgegen.
„Der Verkauf von Fuchsfellen ist gestorben, wir sind am Anschlag“, stellte Kurt Friderich von der Gerberei Friderich AG in Zofingen fest, die als einziger Betrieb im Aargau Wildtierfelle verarbeitet. (Schweizweit gibt es nur einen weiteren Betrieb, der dieses alte Handwerk ausübt.) „Abnehmer für die gegerbten Felle finden sich vor allem bei Schulen für Unterrichtszwecke und in der Mittelaltermarkt-Szene“, so Friderich. Fuchs- und Dachsfelle, werden, wie am Markt die Erzeugnisse an einigen Ständen zeigten, auch für modische Accessoires verwendet. Wie VAJ-Präsident Rolf Suter versicherte, will man am traditionellen Pelzfellmarkt festhalten.
Wechsel im VAJ-Präsidium
Zur Generalversammlung, die traditionsgemäss im Anschluss an den Pelzfellmarkt stattfindet, und die durch eine Bläsergruppe eröffnet wurde, konnte VAJ-Präsident Rolf Suter 97 Mitglieder und einige Gäste willkommen heissen. In seinem Jahresbericht unterstrich er die Bedeutung der Weiterbildung der Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher. Er stellte aber auch fest: «Die Herausforderungen werden in der Zukunft nicht kleiner. Es ist daher wichtig, dass wir die Bevölkerung über unsere Aufgabe und unsere Tätigkeit aufklären.»
Die Versammlung stand im Zeichen des Wechsels im Präsidium. Als Nachfolger von Rolf Suter, der seit 1992 im Vorstand der Vereinigung in verschiedensten Funktionen wirkte und vor drei Jahren als Nachfolger von Max Schmid das Präsidium übernommen hat, wurde Richard Schraner (Fislisbach) gewählt. Vizepräsident Peter Suter würdigte die Verdienste, die sich Rolf Suter um die Jagdaufsicht und die Jagd erworben hat. Auch Fabian Dietiker (Leiter Abteilung Wald beim Kanton), Thomas Stucki (Leiter Sektion Jagd und Fischerei), René Lippuner (Präsident Repol Aargau) und Gerhard Wenzinger (Präsident Jagd Aargau) sprachen Rolf Suter den Dank für die gute Zusammenarbeit aus.
Rolf Suter wurde von der Versammlung mit Applaus zum Ehrenmitglied ernannt. Die Ehrenmitgliedschaft erhielten ebenfalls Heinz Enderlin (Suhr) für 50 Jahre Einsatz als Jagdaufseher sowie Rainer Klöti, der frühere Präsident von Jagd Aargau. Für 25 Jahre Tätigkeit als Jagdaufseher geehrt wurden Marcel Bächli, Alfred Beyeler, Peter Fischer, Arthur Ingold, Patrick Isler, Jean-Claude Kuttler, Rosmarie Müller, Peter Suter und Alex Rüfenach.
Jennifer Huwiler (Leiterin Tiergesundheit beim Veterinärdienst des Kantons Aargau) informierte über die aktuelle Situation in Sachen Tierseuchen und die Früherkennung von Krankheiten, insbesondere der Afrikanischen Schweinepest, bei welcher der Jagdaufsicht, wie sie betonte, eine Schlüsselfunktion zukommt.
Text und Bilder: Louis Probst






























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